Baladi war bereits während der Assad-Diktatur ein Motor politischer Aufklärung. Die Aktivist*innen stärkten das politische und rechtliche Bewusstsein der Bevölkerung in Suweida, mobilisierten breite Teile der Gesellschaft und spielten eine zentrale Rolle bei der Ausweitung der Proteste gegen das Regime im Süden Syriens. Nach dem Sturz Assads rückte Baladi politische Bildung weiter in den Mittelpunkt: Sie empowerten Aktivist*innen, sich in nationalen Dialogprozessen, der Nationalkonferenz und dem Verfassungsausschuss einzubringen. Das Ziel: Die Bevölkerung soll sich selbst repräsentieren können, statt von wenigen Stimmen vereinnahmt zu werden, die im Namen der gesamten Region sprechen.
Mit den Massakern in Suweida im Juli 2025 änderte sich die Lage vor Ort dramatisch und Baladi reagierte sofort. Die Organisation übernahm die Verwaltung der drei größten Unterkünfte für Vertriebene in Suweida und begann, sie gemeinsam mit lokalen Unterstützer*innen und externen Partner*innen auszustatten. Viele der Neuankommenden hatten extreme Gewalt erlebt: Manche mussten mitansehen, wie Angehörige ermordet wurden; andere erlebten sexualisierte Gewalt durch Sicherheitskräfte und eindringende Stammesmilizen.
Baladi erkannte früh, wie essenziell psychosoziale Unterstützung für diese Überlebenden ist. Deshalb arbeiten sie dort bis heute mit Spezialist*innen für psychologische Unterstützung und psychosoziale Betreuung zusammen. Ein zentraler Baustein, um akute Traumata abzufangen und Schutzräume inmitten der Krise zu schaffen.
Wir gehen morgens aus dem Haus und kommen erst spätabends zurück, um sicherzustellen, dass jede Familie Hilfe erhält.
— Mitglied von Baladi
Baladis Arbeit im Überblick:
- Politische Bildung und Stärkung zivilgesellschaftlicher Teilhabe in der südlichen Region
- Empowerment von Aktivist*innen in nationalen Dialog- und Verfassungsprozessen
- Verwaltung und Ausstattung der drei größten Unterkünfte für Vertriebene in Suweida
- Psychologische Ersthilfe, psychosoziale Betreuung und Kinderschutz
- Nothilfe für Überlebende von Gewalt, Belagerung und Vertreibung
- Aufklärung zu Rechten, Partizipation und nachhaltiger lokaler Organisation
