Sawiska

Der Einsatz für Frauenrechte ist für das Frauenzentrum Sawiska untrennbar mit dem Kampf für soziale Gerechtigkeit und Demokratie verbunden. Die Aktivistinnen engagieren sich in Qamishli deshalb nicht allein für Frauenrechte, sondern für eine gerechtere Gesellschaft insgesamt.

SPENDEN

Das Frauenzentrum Sawiska arbeitet seit Beginn der syrischen Revolution daran, Frauen zu stärken und ihnen reale Handlungsspielräume zu eröffnen – politisch, sozial und wirtschaftlich. Entstanden im Kontext von Krieg und Repression, hat sich Sawiska zu einer zentralen Anlaufstelle für Frauen im Nordosten Syriens entwickelt. Das Zentrum dient als Treffpunkt, an dem sich Frauen mit unterschiedlichsten Hintergründen vernetzen und voneinander lernen können. Außerdem ist es ein wichtiger Schulungsort und die organisatorische Basis für Aktivistinnen, die Frauen sowohl in städtischen, als auch in ländlichen und in Camps von Binnenvertriebenen unterstützen und begleiten. 

Die Gründerinnen des Zentrums entstammen der linken Bewegung und waren bereits lange vor dem Aufstand gegen Assad in oppositionellen und feministischen Zusammenhängen aktiv. Aus dieser politischen Erfahrung heraus verfolgen die Aktivistinnen einen klaren feministischen Ansatz und stehen dem aus ihrer Sicht entpolitisierten Feminismus internationaler NGOs in Nordsyrien kritisch gegenüber.

Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf politischer Teilhabe. Sawiska macht sichtbar, dass die formale Einbindung von Frauen in politische Prozesse nicht ausreicht, solange echter Einfluss fehlt. Die Aktivistinnen begleiten politische Entwicklungen kritisch, vernetzen sich mit Frauenorganisationen und fordern legitime Repräsentation von Frauen in nationalen Dialog- und Entscheidungsprozessen.


Frauen sind ein essenzieller Bestandteil der Gesellschaft. Ihre Beteiligung an politischen Prozessen kann nicht ignoriert werden.

Najla Temo, Leiterin des Frauenzentrums Sawiska


Gleichzeitig unterstützt Sawiska Frauen ganz konkret im Alltag. Viele sind infolge des Krieges zu Alleinversorgerinnen geworden und verfügen über keine formalen Berufsabschlüsse. Das Zentrum bietet deshalb praxisnahe Qualifizierungen an, die an die Lebensrealitäten der Frauen angepasst sind, von Computer- bis hin zu handwerklichen Kursen. Ziel ist es, Frauen den Zugang zu Einkommen zu erleichtern und wirtschaftliche Abhängigkeiten zu reduzieren.

Ein besonderer Ansatz von Sawiska liegt dabei auf Nachhaltigkeit und dem bewussten Umgang mit vorhandenen Ressourcen. Das Zentrum bindet gezielt junge Frauen mit Universitätsabschlüssen ein, die aufgrund fehlender Arbeitsmöglichkeiten im Nordosten Syriens keine Anstellung finden. Hier geben sie ihr Wissen weiter und bilden wiederum andere Frauen aus. 

Neben politischer und ökonomischer Stärkung versteht Sawiska Bildung auch als kulturelle und soziale Praxis. Das Zentrum betreibt einen regelmäßig stattfindenden Lesekreis, der von vielen Frauen besucht wird. Er bietet Raum für Austausch, gemeinsames Lernen und Reflexion. So stärken sie kritisches Denken, Selbstbewusstsein und Solidarität unter den Teilnehmerinnen.

Darüber hinaus engagiert sich Sawiska für die Rechte arbeitender Frauen. 2023 initiierte das Zentrum gemeinsam mit anderen Organisationen eine Aufklärungskampagne zur Situation von Frauen in der Privatwirtschaft. Dort fehlen häufig Arbeitsverträge, Mindestlöhne sowie Kranken- und Sozialversicherungen. Die Kampagne erhöhte den öffentlichen Druck und stärkte die Position von Frauen gegenüber Arbeitgebern und politischen Akteuren.

Die Arbeit des Frauenzentrums Sawiska im Überblick:

  • Politische Bildung und Einsatz für echte Teilhabe von Frauen
  • Aufbau und Stärkung lokaler Frauenstrukturen im Nordosten Syriens
  • Schulungsangebote und Empowerment für Frauen in Stadt, Dorf und Camps
  • Praxisnahe Qualifizierungen zur Förderung wirtschaftlicher Unabhängigkeit
  • Ressourcenorientierter Wissensaustausch durch die Einbindung junger Akademikerinnen
  • Unterstützung von Alleinversorgerinnen
  • Kulturelle Bildungsangebote und Räume für Austausch und kritisches Denken
    Regelmäßiger Lese-Kreis als Ort der Vernetzung und politischen Bildung
  • Aufklärungskampagnen zu Arbeitsrechten von Frauen in der Privatwirtschaft

Sawiska steht für eine feministische Praxis, die politische Forderungen mit konkreter Unterstützung verbindet, und Frauen darin stärkt, ihre Rechte einzufordern und die Zukunft Syriens aktiv mitzugestalten.

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