Inhalt:
Editorial
Projekte & Partner*innen
Adopt a Revolution in Zahlen
Über Adopt a Revolution
EDITORIAL

ZWISCHEN AUFBRUCH UND GEWALT
SYRIENS NEUE REALITÄT
Als am 8. Dezember 2024 das Assad-Regime nach 53 Jahren Diktatur endlich zu Fall kam, war da zuerst Jubel. Das Echo der Freiheit, das zum ersten Mal klar und deutlich durch die Straßen hallte. Keine Antwort aus Gewehrmündungen, keine donnernden Bomben. Dann kam die Suche. Nach Angehörigen, nach den mehr als 100.000 Vermissten, nach jenen, die in Assads Foltergefängnissen spurlos verschwanden. Der Ruf nach Rechenschaft und nach Gerechtigkeit wurde lauter.
Gleichzeitig stellte sich die Zivilgesellschaft die Frage: „Wie geht es weiter?“ Mit dem neuen Machtverhältnis in Damaskus, mit Ahmad Al-Sharaa, der einst als Al-Jolani die dschihadistische Miliz Hayat Tahrir al-Sham anführte und sich kurzerhand zum Übergangspräsidenten erklärte, und mit einer Regierung, deren Ausrichtung noch ungewiss war. Trotz großer Zweifel an seiner demokratischen Gesinnung hofften viele Syrer*innen darauf, dass er sich für sie alle einsetzen und den angekündigten Weg zu Demokratisierung und politischer Teilhabe ernsthaft verfolgen werde.
Der Umsturz bedeutete für unsere Partner*innen eine historische Chance und die Notwendigkeit zur Neuausrichtung. Ohne zu zögern bauten sie landesweite Netzwerke dort auf, wo zuvor Mauern aus Angst und Misstrauen das Miteinander verhinderten. Sie fuhren kreuz und quer durchs Land, organisierten Dialogforen, riefen lokale Initiativen ins Leben, in denen Menschen zum ersten Mal seit Jahren öffentlich über politische Teilhabe sprachen. Überall reichten sie sich nach 13 Jahren Krieg zum ersten Mal wieder die Hände.
Doch dann kam die Gewalt zurück. Mehr als 1.000 Menschen starben in identitätsbasierten Verbrechen in der syrischen Küstenregion im März. Ins Visier geriet dabei vor allem die alawitische Minderheit, der auch der gestürzte Diktator angehört. Das Entsetzen in ganz Syrien angesichts der Massaker, des Hasses und der Brutalität war groß. Viele unserer Partner*innen fuhren daraufhin in die betroffenen Gebiete, leisteten humanitäre Hilfe, unterstützten Überlebende und dokumentierten die Verbrechen. Und sie forderten die neue Regierung auf, Verantwortung zu übernehmen und unabhängige Untersuchungen einzuleiten – auch, weil mutmaßlich Regierungskämpfer an den Gräueltaten beteiligt waren.
Nur vier Monate später eskalierten in Suweida Kämpfe zwischen Drusen-Milizen, Regierungstruppen und beduinischen Gruppen. Es kam erneut zu Massakern, Hunderte starben, lebenswichtige Hilfslieferungen wurden blockiert. Auch hier sind unsere Partner*innen vor Ort: Sie leisten psychosoziale Hilfe, verteilen Lebensmittel, dokumentieren Menschenrechtsverbrechen.
Nach Suweida ist das Vertrauen in die neue Regierung vielerorts gebrochen. Wie es weitergeht, ist noch unklar. Auch die Frage nach einer Einigung mit der Autonomen Selbstverwaltung im Nordosten des Landes ist weiterhin offen. Doch für unsere Partner*innen und für Hunderttausende Syrer*innen, die Diktatur und Krieg überlebt haben, ist Aufgeben keine Option. Ihre Arbeit zeigt, wie Zivilgesellschaft dem Hass entgegentritt: mit Mut, Ausdauer und Verantwortung.
Gerade deshalb richtet sich der Blick nun auf die angekündigten Wahlen im September – und noch weiter in die Zukunft: Wirklich aufatmen werden unsere Partner*innen erst, wenn in vier Jahren die ersten regulären freien Wahlen stattfinden und sich zeigt, ob Syrien tatsächlich den Weg zu Demokratie, politischer Teilhabe und gerechtem Wiederaufbau einschlägt.
PROJEKTE UND PARTNERINNEN
PROJEKTE & PARTNER*INNEN, DIE WIR 2024/25 UNTERSTÜTZEN
WOMEN SUPPORT & EMPOWERMENT CENTER
Idlib, Douma (Ost-Ghouta)
Seit über elf Jahren stärkt das Frauenzentrum Idlib im Schatten der Herrschaft islamistischer Gruppierungen Frauen mit Schutzräumen, Bildungsangeboten, rechtlicher Beratung und psychosozialer Unterstützung. Neben Nothilfe in Camps fördern sie die wirtschaftliche und gesellschaftliche Teilhabe von Frauen. Nach dem Sturz des Assad-Regimes bauen sie nun auch in Douma, Ost-Ghouta, der Heimat der nach Idlib vertriebenen Zentrumsleiterin Huda Khaity, neue Projekte auf. Dort bilden sie Lehrer*innen in Ex-Regime-Schulen in traumasensibler Pädagogik fort, schaffen Anlaufstellen für Frauen und sensibilisieren mit vielfältigen Initiativen für Frauenrechte.

Qamishli
Seit 2011 setzen sich die drei Gründerinnen unermüdlich für die Verbesserung der Lebensbedingungen von Frauen und Kindern ein. Das Frauenzentrum fördert politische Bildung für junge Menschen und Frauen und klärt über den Klimawandel sowie seine Folgen auf, um besonders gefährdete Gruppen zu stärken. Nach der Gewalteskalation an der Küste im März dieses Jahres unterstützte das Zentrum gezielt betroffene Frauen in den Regionen.

Faten Rajab Frauenzentrum und Zentrum für Psychosoziale Unterstützung (PSS), Ariha und Azaz
Das Frauenzentrum Faten Rajab klärt Frauen nicht nur über ihre Rechte auf – sei es in Bezug auf körperliche Selbstbestimmung, politische Handlungsfähigkeit oder die autonome Gestaltung des sozialen Lebens – es ermutigt sie auch, für ihre Rechte einzustehen. In Azaz arbeiteten die Aktivist*innen von Sawaedna mit Kindern aus Binnenvertriebenencamps. Viele Mitglieder der Gruppe konnten seit Dezember 2024 in ihre Heimatorte in den ehemaligen Regimegebieten zurückkehren und breiten dort ihre Arbeit aus.
Azaz, Deir ez-Zour & syrienweit
Das Hooz-Zentrum stärkt seit dem Sturz des Assad-Regimes den Dialog zwischen lokalen Gemeinschaften, vor allem nach den Gewaltausbrüchen an der Küste und in Suweida. Es vernetzt zivilgesellschaftliche Akteur*innen landesweit, um gesellschaftliche Spaltungen zu überwinden. In Deir ez-Zor, wo Zerstörung und Radikalisierung große Probleme darstellen, arbeitet das Zentrum außerdem mit Nachbarschaftskomitees. Durch Trainings zu Good Governance und Empowerment bezieht Hooz die Bedürfnisse der Bevölkerung in den Wiederaufbau ein und stärkt eine dezentrale politische Teilhabe, die direkt vor Ort ansetzt.

Salqin & Kafranbel
Vor dem Sturz des Regimes leisteten die Change Makers vor allem feministische Nothilfe in Lagern für Binnenvertriebene und förderten gezielt die politische Bildung von Frauen. Die selbst aus der Stadt Kafranbel vetriebene Gruppe unterstützt heute auch die wachsende Zahl an Familien, die aus den Camps zurückkehren wollen. Sie verteilen Hilfsgüter und Hygieneartikel an betroffene Frauen und Familien. Außerdem sind sie aktiv in der landesweiten Vernetzung unter aktiven Frauen, um gemeinsam auf mehr politische Teilhabe im neuen Syrien hinzuwirken, die ihnen vielerorts weiterhin verwehrt wird.

Atareb, Aleppo & syrienweit
Das Zivile Zentrum Atareb stärkt die Zivilgesellschaft in einer Region, die nach dem Sturz des Assad-Regimes von neuen Machtverhältnissen geprägt ist. Sie setzen sich für lokale Selbstverwaltung und politische Teilhabe ein. Im Vorfeld der Parlamentswahlen ermutigen sie mit der Kampagne „Das Parlament gehört dir“ junge Menschen zur aktiven Beteiligung. Nach den Küstenmassakern half das Zentrum, das Netzwerk „Syrian Family“ für humanitäre Hilfe und Solidaritätsarbeit mit alawitischen Gebieten mit aufzubauen.

PÊL CIVIL WAVES ZENTRUM
Qamishli, Hassaka, Raqqa
Das PÊL Civil Waves Zentrum stärkt den Dialog zwischen Kulturen und fördert den sozialen Zusammenhalt weit über die Grenzen des Nordostens hinaus. Sie vernetzen Jugendliche und Minderheiten, bieten Capacity Building und setzen sich für politische Partizipation ein. Des Weiteren leisten sie auch wichtige Dokumentationsarbeit über die Folgen der türkischen Besatzung für Kurd*innen in Sere Kaniye/Ras al-Ain, Afrin und anderen Orten.

KAY LA YUMHA AL-ATHAR (kurz: KLYA)
Afrin & Umland, Ost-Ghouta
KLYA ist ein Frauennetzwerk, das sich seit Jahren in Afrin für die Rechte von Frauen – sowohl unter den Vertriebenen als auch den Alteingesessenen – sowie für wirtschaftliche Unabhängigkeit und psychosoziale Unterstützung engagiert. In diesem Jahr eröffnete es ein neues Zentrum in der nahezu vollständig zerstörten Region Ost-Ghouta. Dessen Leiterin, Safa Kamel, hat dort wie die meisten anderen Frauen viele Familienangehörige im Krieg verloren – eine Erfahrung, die sie verbindet. Gemeinsam mit Helferinnen vor Ort gestaltet sie Frauenarbeit und politische Bildung. KLYA wird zudem immer wieder in Krisen aktiv, etwa nach den Massakern an der Küste, bei verheerenden Waldbränden oder in der Versorgung Vertriebener aus Suweida.

Afrin, Ost-Ghouta
Das Anbar-Zentrum bietet diskriminierungsfreie Räume für Austausch und Begegnung zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen. In Afrin schafft es zudem sichere Räume für zurückkehrende Kurd*innen, deren Lebenssituation weiterhin von Repression und Isolation geprägt ist. In Ost-Ghouta, der Herkunftsregion einiger Teammitglieder, baut das Zentrum seine Arbeit derzeit aus: Kinder aus Rückkehrerfamilien – etwa aus der Türkei –, die oft kein Arabisch sprechen, erhalten psychosoziale Unterstützung; Frauen werden in Kursen zur wirtschaftlichen Selbstständigkeit gestärkt; und junge Menschen werden für Kinder- und Jugendarbeit sowie politische Bildung qualifiziert, um ihre gesellschaftliche Teilhabe zu fördern.

syrienweit
Die Organisation dokumentiert systematisch Menschenrechtsverbrechen in Syrien. Nach dem 8. Dezember hat sie ihre Arbeit vom Norden auf das gesamte Land ausgeweitet. Besonders nach den jüngsten Gewaltwellen an der Küste und in Suweida sammelt das Team akribisch Beweise, um Verbrechen aufzuklären und Rechenschaft einzufordern. Sie verifizieren Foto- und Videomaterial und übermitteln ihre Erkenntnisse unter anderem an die Vereinten Nationen.

syrienweit
Mehr als 100.000 Menschen gelten auch nach dem Sturz des Regimes als vermisst. Zivile Bewegungen und Angehörige fordern Aufklärung der Verbrechen. Unterstützt werden sie von den Human Rights Guardians, die das Schicksal der Verschwundenen bereits während der Assad-Diktatur dokumentiert haben. Aktuell arbeiten sie daran, diese Daten breiter zugänglich zu machen. Zudem bieten sie psychosoziale Unterstützung für Angehörige und Überlebende aus Assads Foltergefängnissen an.
DHOUAI ALHUMAM
Azaz und Umland
Aufgrund der gezielten Bombardierung von Zivilist*innen gibt es in Syrien zahlreiche Kriegsverletzte mit bleibenden Behinderungen. In ihrem Alltag haben sie oft nicht nur mit Stereotypen zu kämpfen, sondern werden aufgrund von nicht gerecht gestalteter Infrastruktur systematisch aus dem Alltag ausgeschlossen. In der Stadt Azaz im Nordwesten Syriens haben sich deshalb Betroffene zusammengeschlossen und die Organisation “Dhaoui Alhumam” (zu Deutsch “Menschen mit Behinderung”) gegründet. Ihr Ziel: Gemeinsam mit Verbündeten für eine gesellschaftliche, ökonomische, politische und rechtliche Inklusion von Menschen mit Behinderungen eintreten.
Suweida
In Suweida flammte 2023 die Revolution erneut auf. Trotz der Nähe zu Damaskus kam es zu Massendemonstrationen gegen das Assad-Regime. Lange Zeit mussten Aktivist*innen in Suweida im Verborgenen arbeiten, um sich zu schützen. Nach dem 8. Dezember traten die Aktivist*innen von Baladi aus dem Schatten. Die Initiative unterstützt den Aufbau lokaler Komitees, die die Zivilgesellschaft in der Region vertreten und als demokratische Alternative zur vom Regime etablierten Minderheitenvertretung durch spirituelle Führer fungieren. Seit dem brutalen Gewaltausbruch in Suweida leistet Baladi Nothilfe und vermittelt, um die Zivilbevölkerung zu schützen.
Damaskus & syrienweit
Bidayetna („Unser Anfang“) ist eine Initiative syrischer Aktivist*innen, Jurist*innen und Kulturschaffender, die sich nach dem Sturz des Assad-Regimes 2024 öffentlich für Demokratie, Gerechtigkeit und gesellschaftlichen Dialog engagiert. In Damaskus gegründet, organisiert Bidayetna zivilgesellschaftliche Vernetzung durch Dialogforen, Workshops und Austauschprogramme. Ziel ist es, lokale Friedensinitiativen in allen Landesteilen zu stärken, politische Teilhabe zu fördern und eine Kultur aktiver Bürgerschaft in ganz Syrien aufzubauen. Seit den Gewaltausbrüchen an der Küste und in Suweida kümmert sich Bidayetna auch intensiv um eine Vernetzung zwischen Betroffenen und zivilgesellschaftlichen Organisationen.

Homs & Küstenregion
Die Civil Peace Group – Seen ist eine syrische Initiative, die sich für zivilen Frieden, Menschenrechte und Übergangsjustiz einsetzt. Sie wurde in Homs während der ersten Tage der Rebellenoffensive Richtung Damaskus im Dezember 2024 gegründet. Seen vermittelt zwischen lokalen Gemeinschaften, dokumentiert Gewaltverbrechen und stellt sich gegen konfessionellen Hass in der stark fragmentierten Stadt. Mit einem neu eröffneten Zentrum in Homs fördert die Initiative den Dialog zwischen verfeindeten Gruppen, organisiert Foren zur gesellschaftlichen Versöhnung und unterstützt Familien von Verschwundenen. Auch in den Küstenregionen wie Latakia und Tartous arbeitet Seen daran, das Verschwindenlassen von Personen sowie Racheakte zu verhindern.

JISR ORGANIZATION
Talbisah
Die Jisr Organization wurde von Aktivist*innen gegründet, die 2018 aus Talbisah (Homs) vom Assad-Regime vertrieben wurden. Sofort nach ihrer Rückkehr machten sie sich an die Arbeit: Sie unterstützen die Menschen mit humanitärer Hilfe, Bildungsprojekten und lokaler Entwicklungsarbeit. Nach Jahren der Belagerung und Zerstörung baut die Initiative „Brücken der Hoffnung“ – durch Notfallhilfe, Nachhilfe- undBerufskurse, Begrünungsprojekte und den Wiederaufbau von Infrastruktur. Jisr fördert Versöhnung zwischen ehemals verfeindeten Dörfern und engagiert sich für gesellschaftlichen Zusammenhalt. Ihr Ziel: Würde, Stabilität und nachhaltige Veränderung für die Region.

MALVA FOR ART & CULTURE
Qamishli
Malva for Art & Culture ist eine zivilgesellschaftliche Organisation aus Qamishli, die Kunst, Kultur und gesellschaftliches Engagement verbindet. Mit interaktivem Theater bringt Malva Themen wie Frauenrechte in ländliche Regionen Nordostsyriens und stärkt so sozialen Zusammenhalt und gesellschaftliche Gerechtigkeit. Aktuell fördert Malva Jugendinitiativen, unterstützt das Miteinander von Binnenvertriebenen und Aufnahmegemeinschaften und arbeitet an Projekten zu kulturellen Rechten für Syriens Verfassungsprozess.

ADOPT A REVOLUTION IN ZAHLEN
EINNAHMEN & AUSGABEN 2024

2024 konnten wir dank hoher Spendeneingänge und eingeworbener Drittmittel knapp 1 Mio. Euro an Projektgeldern nach Syrien überweisen. Das Jahr schlossen wir mit einem Überschuss ab – vor allem durch Spenden nach dem Regimesturz im Dezember sowie bereits überwiesene Fördermittel für 2025. Unsere wichtigsten Förderpartner 2024 waren – in absteigender Reihenfolge – medico international, Volkshilfe Solidarität, GIZ, Heinrich-Böll-Stiftung, Fonds Sauerteig und Brot für die Welt.
Ohne unsere Spender*innen, Förder*innen und Unterstützer*innen könnten wir unsere Arbeit nicht machen. Daher gilt ihnen allen unser großer Dank!
ÜBER ADOPT A REVOLUTION
BRAUCHT ES ADOPT A REVOLUTION NOCH?
2011 gingen in Syrien Hunderttausende Menschen auf die Straße. Mutig und entschlossen forderten sie demokratische Reformen, Freiheit und Gerechtigkeit ein. Aus diesem Aufbruch entstand Adopt a Revolution: eine deutsch-syrische Solidaritäts- und Menschenrechtsorganisation, die von Beginn an die mutigen Aktivist*innen unterstützte, die – trotz Gefahr von Verfolgung und Folter – unbeirrt für eine bessere Zukunft eintraten.
Heute, nach dem Sturz des Assad-Regimes, ist der Weg zur Demokratie keineswegs geebnet. Die Gesellschaft ist tief gespalten, Krieg und Diktatur haben tiefe Narben hinterlassen. Zwar gibt es eine Übergangsregierung, doch Staatlichkeit ist bisher nicht gewährleistet und in vielen Regionen setzen bewaffnete Gruppen ihre eigenen Regeln durch. Demokratische Strukturen sind vielerorts schwach oder fehlen ganz. Darum braucht es dringend eine inklusive Vision für Syrien – mit einem demokratischen Rahmen, der allen Menschen gleiche Rechte und echte Teilhabe sichert.
Gerade jetzt ist unsere Arbeit dringender denn je: Wir fördern den Dialog und die Vernetzung zwischen Regionen und gesellschaftlichen Gruppen, um gemeinsam eine tragfähige Zukunft und nachhaltigen Frieden zu schaffen. Wir setzen auf Demokratisierung von unten, verbunden mit dringend benötigtem Wiederaufbau. Wir unterstützen aktiv den Aufbau einerstarken und selbstbewussten Zivilgesellschaft – sowohl in Regionen, die einst von islamistischen Gruppen beherrscht wurden, als auch in zuvor vom Assad-Regime kontrollierten Gebieten.
Der Geist der Revolution lebt – auch wenn er ein anderes Gesicht trägt. Er zeigt sich heute in lokalen Versammlungen, in gemeinsamen Projekten zwischen lange getrennten und entzweiten Regionen sowie in basisnahen Solidaritätsinitiativen, die angesichts immer wieder aufflammender Gewalt standhaft bleiben, während die Herrschenden oft als Komplizen versagen. Er zeigt sich auch in der Beharrlichkeit derer, die trotz aller Rückschläge an einer freien, würdevollen Zukunft festhalten und diese gemeinsam und lautstark einfordern. Adopt a Revolution wird sie dabei weiterhin begleiten – bis das Versprechen von 2011 endlich Wirklichkeit geworden ist.
Frieden & Freiheit entstehen nicht von selbst. Helfen Sie mit, sie zu sichern!
Nach dem Zusammenbruch der Diktatur ist die Rolle der Zivilgesellschaft in Syrien entscheidend für eine Entwicklung hin zu Demokratie und Gerechtigkeit. Jetzt ist der Moment, unsere Partner*innen mit aller Kraft zu unterstützen. Ihre Spende stärkt diesen Einsatz!
