Die Aufnahme geflohener Verwandter scheitert ganz real und viel zu oft an der Einkommenshürde. Eine Absenkung ist seit 2021 vorgesehen, jetzt soll sie nur für besondere Härtefälle gelten. Das macht eine geteilte Verpflichtungserklärung unmöglich. Wir fordern: Halten Sie Absprachen und Zusagen ein, Frau Spranger!
In den Camps, die nach den Erdbeben auf freien Feldern notdürftig errichtet wurden, ist weder das Kochen noch das Lagern von Lebensmitteln möglich. Unsere Partnerinnen von Change Makers unterstützen vor Ort so gut es geht mit Nothilfe. Jetzt, im Fastenmonat Ramadan, kochen sie für Hunderte Menschen und verteilen das Essen an jene, die alles verloren haben.
Besserwisser mag niemand und wir hätten mit unseren Warnungen gerne Unrecht behalten. Die Bilanz zwei Monate nach den verheerenden Erdbeben im türkisch-syrischen Grenzgebiet spricht aber eine deutliche Sprache: Hilfe kommt in Nordsyrien immer noch nur unzureichend an und das Assad-Regime kehrt unverblümt auf den internationalen roten Teppich zurück.
In der Nacht zu Newroz wurden mehrere Kurd*innen in Afrin von türkischen Milizen getötet. Im Interview erklärt Ferhad Ehmê von unserer Partnerorganisation PÊL den Hintergrund der Proteste und was die Menschen vor Ort jetzt fordern.
Die Erdbeben-Katastrophe in der türkisch-syrischen Grenzregion nutzt der syrische Diktator Assad geschickt, um seine Rückkehr auf das internationale politische Parkett vorzubereiten. Angesichts des zwölften Jahrestages der Revolution warnt die deutsch-syrische Menschenrechtsorganisation Adopt a Revolution eindringlich vor einer schleichenden Normalisierung des Assad-Regimes. Stattdessen fordert sie ein konsequentes Handeln im Sinne der Opfer und Menschenrechte ein und nimmt die Bundesregierung in die Pflicht.
Jenderis ist eine der am stärksten betroffenen Städte in Nordsyrien. Das Yala Shabab Team hat am ersten Tag mit unserer Unterstützung mit der Nothilfe begonnen und betreibt diese bis heute autark und mit Weitsicht. Im Gespräch berichtet uns Yazin von Yala Shabab auch über die großen psychologischen Dimensionen der Erdbeben und regt telefonische Betreuung aus dem Ausland an.
Internationale Hilfe kommt bei den Menschen insbesondere in den oppositionellen Gebieten nur unzureichend oder gar nicht an. Es sind die Betroffenen selbst, darunter unsere Partner*innen vor Ort, welche die überlebenswichtige Nothilfe leisten, die ihnen von außen verwehrt bleibt. Eine kleine Bilder-Dokumentation.
Seit Jahren leisten unsere Partnerinnen vom Frauenzentrum Idlib immer wieder Nothilfe für besonders vulnerable Menschen. Auch jetzt unterstützen sie insbesondere jene, die am wenigsten Schutz haben und am wenigsten Hilfe erreicht: Frauen und Kinder, Ältere, Menschen mit Behinderungen und Binnenvertriebene.
In den von den Erdbeben betroffenen türkischen Gebieten leben sehr viele syrische Geflüchtete. Auch viele unserer ehemaligen Partner*innen befinden sich mittlerweile dort, beispielsweise in Gaziantep oder Antakya. Sie alle sind von den schweren Erdbeben unmittelbar betroffen. Unser langjähriger Partner Issa al-Mohammad von den Human Rights Guardians hat uns berichtet, wie die Situation für Syrer*innen vor Ort gerade ist.
In einer gemeinsamen Petition fordern Adopt a Revolution, PRO ASYL, Wir packen's an e.V., und LeaveNoOneBehind von den Bundesministerinnen Annalena Baerbock und Nancy Faeser, allen vom Erdbeben Betroffenen gleichermaßen Hilfe zukommen zu lassen und eine Einreise nach Deutschland zu Angehörigen zu ermöglichen. Außerdem dürfen Menschen nicht in die betroffenen Gebiete abgeschoben werden.
