Der Aktivist und Konfliktforscher Ramzi Merhej hat in Berlin zusammen mit anderen Libanes*innen kurz nach der verheerenden Explosion in Beirut eine Protestkundgebung vor der libanesischen Botschaft organisiert. Weshalb und warum hat er uns in diesem Interview erklärt.
Die Mega-Explosion, die Beirut gestern Nachmittag erschüttert hat, ist offenbar Folge unverantwortlich gelagerter Chemikalien. Diese Art systematischer Verantwortungslosigkeit ist das zentrale Charakteristikum des libanesischen Staats. Für die Menschen im „Failed State“ Libanon gibt es ad hoc nur eine Hoffnung: Eine starke Zivilgesellschaft. Die sollten wir von hier aus unterstützen - und zwar schnell.
Wir sind mit unserem Projekt »Diktatur, Revolution, Demokratie« beim »Einheitspreis« nominiert und brauchen Eure Stimme, um in die engere Auswahl zu kommen!
China und Russland haben durchgesetzt, dass die UN nur noch einen Grenzübergang zur humanitären Versorgung der Bevölkerung Nordsyriens nutzen dürfen. Das droht die Not großer Teile der dortigen Bevölkerung zu verschärfen. Wir erklären die Hintergründe.
In Syrien verteidigt unsere Partnerin Souad al-Aswad Frauenrechte. Dazu organisiert sie Hygienemaßnahmen in Flüchtlingslagern, um die Verbreitung des Corona-Virus' einzudämmen. Bei der internationalen Syrien-Geberkonferenz in Brüssel erklärte sie, warum Frauen eine zentrale Rolle bei der Lösung des Konflikts in Syrien spielen müssen.
Die Geberländer müssen ihre humanitäre Unterstützung für Millionen Bedürftige in Nordwest-Syrien unabhängig von der UN organisieren. Russland und China lehnen eine Verlängerung der UN-Resolution 2504 ab und verhindern damit humanitäre Hilfe für die Bedürftigsten in Syrien. Seit heute dürfen deshalb keine UN-Hilfslieferungen mehr über türkische Grenzübergänge in die Region Idlib, in der bisher 2,8 Millionen Binnenflüchtlinge versorgt wurden. Die humanitäre Katastrophe droht zu eskalieren!
Der Prozess in Koblenz gegen zwei Folterer des Assad-Regimes hat international viel Beachtung bekommen. Auch in Syrien wird er mit großem Interesse verfolgt. Wir haben mit unseren Partner*innen aus allen Gebieten Syriens gesprochen. Und sie sind sich einig: Dieser Prozess muss ein Anfang sein, kein Ende!
Sarah Hegazy wurde 2017 vom ägyptischen Regime für das Schwenken einer Regenbogen-Flagge inhaftiert und später, nach ihrer Entlassung, ins kanadische Exil getrieben. Die physische und psychische Folter und die daraus folgenden Traumata haben ihr schlussendlich das Weiterleben unmöglich gemacht. Am 14. Juni beging sie in Toronto Selbstmord.
Zu jeder Innenministerkonferenz profilieren sich einige Innenminister, es müsse wieder nach Syrien abgeschoben werden. Dei Strategie verfing diesmal kaum. Das verdankt sich nicht nur unserer Pressearbeit.
Die Innenministerkonferenz hat den Abschiebungsstopp nach Syrien um sechs Monate verlängert. Gut daran: Die Hardliner, die den Abschiebungsstopp beenden wollten, konnten sich nicht durchsetzen – sie haben von uns und vielen anderen Akteur*innen ordentlich Gegenwind bekommen! Schlecht daran: Es sind wieder nur sechs Monate!
