Als sich die Tore des Präsidentenpalastes in Damaskus öffneten und Syriens Diktator Baschar al-Assad seinen Besuch mit warmer Geste empfing, hatte der eine lange Anfahrt hinter sich. Das Treffen dauerte dann mehr als zwei Stunden. Zentrales Thema: der Wiederaufbau des Landes... Zum Beitrag in der Welt.
Der Syrien-Konflikt gilt als größte menschengemachte Katastrophe seit dem Zweiten Weltkrieg. Jetzt scheint sich der Krieg seinem Ende zu nähern – Machthaber Bashar al-Assad und seine Verbündeten Russland und Iran haben militärisch gesiegt und gestalten die Nachkriegsordnung. Was bedeutet das für die Syrer? Zum Beitrag im Deutschlandfunk.
Seit Donald Trump den Abzug der US-Truppen angekündigt hat, drohen auch im Nordosten Syriens neue militärische Auseinandersetzungen. Zwar ist eine "Sicherheitszone" in der kurdisch dominierten Region im Gespräch, doch das Konzept ist so gut wie zum Scheitern verurteilt. Profitieren von der Situation könnte das Assad-Regime.
Dschihadisten der aus al-Qaida hervorgegangenen Miliz Hai’at Tahrir al-Sham (HTS) haben große Teile Idlibs und des Umlands von Aleppo unter ihre Kontrolle gebracht. Für die Bevölkerung ist das katastrophal. Wir sind in Kontakt mit vielen Menschen in Idlib, die uns tagtäglich von ihrem Leben unter HTS berichten.
Im Norden Syriens nimmt die aus al-Qaida hervorgegangene Miliz Hai'at Tahrir al-Sham derzeit zahlreiche Orte ein. Schon am Sonntag traf es die syrische Kleinstadt Atareb. Der Fall der Stadt steht exemplarisch für die Komplexität lokaler Dynamiken, die Rolle der Zivilbevölkerung und für das Versagen des westlichen Anti-Terror-Kampfs.
Im Frühjahr 2018 wurde unsere Partnerin Huda aus Ost-Ghouta vertrieben. Sie hat ihren Bruder verloren, Freundinnen und alles, was sie während der letzten Jahre aufgebaut hatte. In Idlib fängt sie nun wieder von vorne an, baut ein neues Frauenzentrum auf. Dabei kann auch dort alles jederzeit wieder vorbei sein. Woher nimmt sie die Kraft?
Die freien Schulen im Damaszener Vorort Erbin waren gegründet worden, um der islamistischen Agitation etwas entgegenzusetzen. Im Frühjahr dieses Jahres wurde eine von ihnen von einem russischen Luftangriff zerstört. Dutzende Menschen wurden getötet, die Aktivisten kurz darauf vertrieben. Ein filmischer Rückblick.
Die syrische Wirtschaftswissenschaftlerin Salam Said untersucht im Rahmen einer Studie von Adopt a Revolution, wie westliche Staaten und zugleich auch das Assad-Regime das Thema Wiederaufbau als Druckmittel einzusetzen versuchen - und damit scheitern. Ihr Text erschien als Vorabdruck in der ZEIT.
Der Wiederaufbau Syriens ist eine Jahrhundertaufgabe. Der Westen muss einen Weg finden, den Menschen zu helfen, ohne das Assad-Regime zu stärken. In einer neuen Adopt-a-Revolution-Studie beleuchten syrische Ökonomen und Sozialwissenschaftler Strategien, Akteure und Interessen.
Studie warnt vor Wiederaufbauhilfen für Syrien unter Assad / Wiederaufbauhilfen drohen Diktatur und Nepotismus zu stärken / Wiederaufbau setzt Frieden voraus und muss Geschädigten zugute kommen
