Erdogan hat die Großoffensive gegen den Nordosten Syriens noch nicht final eingeleitet, trotzdem steht die Region bereits seit Wochen dauerhaft unter türkischem Beschuss. Unsere Partner*innen von PÊL sind in Alarmbereitschaft und müssen nun einen Mittelweg finden zwischen dem Aufbau flexibler Nothilfe-Strukturen und ihren Projekten, die langfristige Veränderung bringen. Kein einfacher Balanceakt.
Vergangene Woche meldet sich unser langjähriger Partner Diyar von PÊL per Nachricht: Seine Cousine Hivi wurde bei einem türkischen Angriff auf Nordost-Syrien getötet. Sie war erst 18 Jahre alt. Diyar bittet uns eindringlich um ein Gespräch, denn er möchte mitteilen, was ihm, seiner Familie und den Menschen in Nordost-Syrien derzeit widerfährt.
Weitere Frauenzentren wie in Idlib? Braucht es nicht, meint unser Partner Mohammed vom zivilen Zentrum Atareb. Und das hat einen guten Grund.
Wie sich die Zukunft Syriens entwickeln wird, liegt auch in den Händen von Frauen und wie sie die Gesellschaft formen. Unsere Partnerinnen vom zivilen Zentrum Sawaedna bieten beispielsweise Kurse für Frauen und Teenager zu „reproduktiver Gesundheit” an. Wir haben mit ihnen darüber gesprochen, warum das wichtig ist.
Ein Abtreibungsverbot verhindert keine einzige Abtreibung, hat aber massive Konsequenzen für das Leben von Frauen. Auf der ganzen Welt werden die Selbstbestimmungsrechte von ihnen beschnitten – so auch in Syrien. Wir haben mit vielen Frauen in Idlib gesprochen – über ungewollte Schwangerschaften, gesellschaftliche Tabus und illegale Abtreibungen in einer Region, die von Krieg und Existenznot geprägt ist.
Am 9. August 2018 wurde Martin Lautwein nach 48 Tagen aus dem syrischen Folterknast entlassen. Auch vier Jahre später kämpft Martin mit dem Erlebten, aber vor allem mit dem Mangel an politischen Konsequenzen. Besonders wütend macht ihn der Anblick der geöffneten syrischen Botschaft in Berlin.
Zwei Jahre nach der verheerenden Explosion im Hafen von Beirut am 04.08.2020 sind die Auswirkungen immer noch deutlich spürbar. Vom Wiederaufbau des Hafens keine Spur - im Gegenteil: Zwei Jahre nach der katastrophalen Verwüstung stehen die Überreste des Hafens aktuell in Flammen.
Abdel Fattah Al-Sisi wird heute mit offenen Armen in Berlin empfangen. Wenige Tage vor dem Berliner CSD empfängt Olaf Scholz einen Diktator, der bis heute auch LGBTIQ* Aktivist*innen verhaften lässt. Ein Kommentar.
Die Frage, ob der Grenzübergang Bab Al-Hawa für UN-Hilfslieferungen geöffnet bleibt, ist formal eine politische. De facto ist sie aber eine Existenzfrage für Millionen Menschen. Unsere Partner*innen vor Ort geben einen Einblick, wie sie die letzten Tage erlebt haben und wie sie die Entscheidung einordnen.
Nutzen Sie unsere Vorlage und schicken Sie jetzt Ihre Forderungen an Außenministerin Annalena Baerbock, damit humanitäre Hilfe für Idlib auch langfristig sichergestellt und nicht länger Spielball russischer Machtpolitik ist!
